Das „Haus Meyer zu Starten“ ist ein sogenanntes Doppelheuerhaus, das ursprünglich in Ankum, Ortsteil Tütingen, stand. Es wurde am 4. Juli 1780 erbaut und gehörte der Familie Meyer zu Starten. Benannt ist es nach dem Erbauer Johannes Hermanus Meyer zu Starten und seiner Frau Maria Katharina Korten, wie eine Balkeninschrift am Giebel verrät.Im Jahr 1975 wurde das Haus vom Heimatverein Haselünne erworben, sorgfältig abgebaut und auf dem Museumsgelände wiedererrichtet. Die feierliche Einweihung fand am 30. Dezember 1977 statt. Nicht alle Elemente des Originalbaus wurden übernommen – so fehlen etwa zwei Küppungen, und auch die ursprüngliche Länge wurde verkürzt. Der Giebel, der heute den Eingang bildet, war ursprünglich an der Rückseite des Hauses angebracht, wurde aber aufgrund seines besseren Erhaltungszustands nach vorn gesetzt.Das Gebäude diente im Original nie der Besitzerfamilie selbst als Wohnraum, sondern beherbergte zwei Heuerlingsfamilien. Heuerlinge waren Familien ohne Landbesitz, die gegen geringe Bezahlung und Wohnrecht auf einem Bauernhof arbeiteten und meist in einfachen Heuerhäusern lebten. Beeindruckende Gebäude wie dieses waren die Ausnahme – nicht die Regel.

Im Museum wurde das Gebäude aus einem ganz praktischen Grund aufgebaut: Nach mehreren Einbrüchen – unter anderem wurde ein Teil der Münzsammlung entwendet – sollte hier eine Hausmeisterwohnung geschaffen werden, um das Museumsgut besser zu schützen. Die Einrichtung einer Wohnung im benachbarten Haus Klus war aus denkmalpflegerischen Gründen nicht genehmigt worden.

 Im Inneren ist das Gebäude heute funktional umgebaut. Die ehemalige Hausmeisterwohnung wird derzeit zu Seminar- und Ausstellungsräumen umgebaut. Außerdem beherbergt es Büroräume, Archivflächen und die sogenannte Schatzkammer. Letztere zeigt ausgewählte Exponate, darunter Münzen aus dem frühen und späten Mittelalter, Zinngeschirr, Schreibutensilien aus dem 19. Jahrhundert sowie Objekte zur Postgeschichte.

 Ein weiteres besonderes Detail: Die Treppe im Inneren stammt ursprünglich aus der St.-Vincentius-Kirche in Haselünne. Sie führte dort einst zur Orgel und wurde in den 1970er Jahren hier eingebaut.

 Vor dem Haus wurde 1994 ein Göpel errichtet – ein Arbeitsgerät, das mit Pferdekraft Maschinen antrieb, etwa für die Getreideverarbeitung.

 Die abgebildeten Fotos zeigen Eindrücke vom ursprünglichen Standort sowie Bauskizzen.